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Bistum Osnabrück gibt Studie zum Missbrauch in Auftrag

Das Universität Osnabrück erstellt in den nächsten drei Jahren eine unabhängige Studie zum sexuellen Missbrauch im Bistum Osnabrück von 1945 bis heute.

Nach der großen MHG-Studie für ganz Deutschland geht es in dieser Studie nun um unser Bistum. Dabei werden bewusst zwei Perspektiven für die Studie gewählt. Es geht bei der Aufarbeitung um eine historische und eine juristische Perspektive. Es geht um systemische Fragen: Wie konnte es zu sexuellen Missbrauch kommen? Warum wurde weggeschaut? Wie war der jeweilige historische Kontext? Es geht aber auch um juristische Fragen: Wie haben die Verantwortlichen im Bistum gehandelt oder nicht gehandelt? Gab es Pflichtverletzungen? Die Antworten zu den letzten Fragen nach den Verantwortlichen sollen schon nach einem Jahr vorgestellt werden. Das Gesamtergebnis der Studie wird in drei Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die verantwortlichen Projektleiter der Studie sind Prof. Dr. Hans Schulte-Nölke und Prof. Dr. Siegrid Westphal von der Universität Osnabrück. Diese und ihr Team haben den freien Zugang zu den Archiven des Bistums, wollen aber zusätzlich in Archiven von Kirchengemeinden forschen und Interviews mit Betroffenen und Zeitzeugen führen.

Damit setzt unser Bistum eine Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung Rörig um, in dem Standards für unabhängige Gutachten und Studien festgelegt sind. Ein Schwerpunkt liegt in der Beteiligung von Betroffenen (Opfer sexuellen Missbrauchs) während des ganzen Prozesses.

Generalvikar Ulrich Beckwermert betonte, dass man nun, bis zur Veröffentlichung der Studie, Objekt des Prozesses sei und nicht Subjekt. Das bedeutet, dass die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Osnabrück frei und unabhängig arbeiten.

Es freut mich, dass unser Bistum diese Studie in Auftrag gegeben hat. Es ist ein umfassender Ansatz. Mit der Universität wurde ein hochqualifizierter Projektpartner gefunden, und dass viele Betroffene aktiv mit einbezogen werden, ist wichtig hilfreich und notwendig.

Damit ist die nun in Auftrag gegebene Studie ein weiterer Schritt im Kampf gegen sexuellen Missbrauch in unserem Bistum. Daneben bleiben auch die anderen Säulen zum Schutz der Kinder und Jugendlichen wichtig: Prävention, um die Kinder zu schützen, Intervention und die Frage nach Strukturen, die zum Missbrauch beitragen.

Weitere Informationen finden Sie im Internet auf den Seiten der Universität Osnabrück und des Bistums Osnabrück:

https://www.uni-osnabrueck.de/startseite/
https://bistum-osnabrueck.de/

Stephan Schwegmann
Pastor

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