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Papst Franziskus auf seiner Pilgerreise in den Irak


Foto: Vatican-Media
Es waren vor allem zwei Gründe, warum Papst Franziskus, trotz der großen Gefahren, Anfang März zu seiner Pilgerreise in den Irak aufgebrochen ist: Er wollte den verfolgten und geschundenen Christinnen und Christen und anderen Minderheiten vor Ort nahe sein. Ihnen zuhören, das grausame Leid, das sie erlitten haben, mit ihnen tragen. Denn 3 Jahre lang herrschte die Terrororganisation Islamischer Staat in vielen Teilen des Landes. Christen wurden ermordet und versklavt oder sie sind geflohen.

Von den ursprünglich 1,5 Millionen Christen leben noch ca. 300.000 im Irak. Und zum anderen wollte unser Papst für den Dialog und für die Freundschaft mit dem Islam arbeiten.

So hat sich Papst Franziskus in einer freundschaftlichen Begegnung mit dem obersten Ayatollah getroffen. Und er hat sich in Ur mit hohen Vertretern des Judentums und des Islams getroffen. Ur ist der Ort, von dem Abraham losgezogen ist ins Gelobte Land. Und Abraham wird im Judentum, im Christentum und im Islam als der Stammvater der Glaubenden verehrt. An diesem Heiligen Ort hat Papst Franziskus eine sehr tiefe Botschaft an die verschiedenen Gläubigen gerichtet. Hier ein Auszug aus seiner Rede:

Aus der Ansprache von Papst Franziskus in Ur - im Irak

„Von diesem Quellort des Glaubens aus, vom Land unseres Vaters Abraham aus bekräftigen wir: Gott ist barmherzig und die größte Beleidigung und Lästerung ist es, seinen Namen zu entweihen, indem man den Bruder oder die Schwester hasst. Feindseligkeit, Extremismus und Gewalt entspringen nicht einer religiösen Seele – sie sind Verrat an der Religion. Und wir Gläubigen dürfen nicht schweigen, wenn der Terrorismus die Religion missbraucht. Im Gegenteil, es liegt an uns, Missverständnisse durch Klarheit aufzulösen. Lassen wir nicht zu, dass das Licht des Himmels von den Wolken des Hasses verdeckt wird!

Das ist wahre Religiosität: Gott anbeten und den Nächsten lieben.

Der Patriarch Abraham, der uns heute in Einheit versammelt, war Prophet des Allerhöchsten. Eine alte Prophezeiung sagt, die Völker werden »ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern« (Jes 2,4).

Diese Prophezeiung hat sich nicht verwirklicht, aus Schwertern und Lanzen sind vielmehr Raketen und Bomben geworden. Wo kann dann der Weg des Friedens beginnen? Beim Verzicht, Feinde zu haben. Wer den Mut hat, die Sterne zu betrachten, wer an Gott glaubt, der hat keine Feinde, die er bekämpfen muss.

Liebe Freunde, ist all das möglich? Es liegt an uns, die Welt daran zu erinnern, dass das menschliche Leben das wert ist, was es ist, und nicht, was es hat, und dass das Leben der Ungeborenen, der alten Menschen, der Migranten, der Männer und Frauen jeder Hautfarbe und Nationalität immer heilig ist und wie das aller anderen zählt! Es liegt an uns, den Mut zu haben, den Blick zu erheben und die Sterne zu betrachten, die Sterne, die unser Vater Abraham gesehen hat, die Sterne der Verheißung."

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